Die stille Revolution

Schneiden, Schweißen, Auftragschweißen, 3D-Druck … hinter den coolen Kids der Lasermaterialbearbeitung übersieht man den Markierlaser leicht. Dabei hat er das Kennzeichnen von Gegenständen für immer verändert.

Markieren 4.0

Es begann mit der simplen Idee, per Laserlicht Zeichen zu gravieren. Heute ist daraus eine fast universelle und voll vernetzbare Technologieplattform zur Kennzeichnung, Oberflächenbearbeitung, -funktionalisierung und Materialmikrobearbeitung geworden.

01[Faktor Größe]

Markierlasersysteme brauchen immer weniger Bauraum. Sie lassen sich wie Bürodrucker aufstellen, einfach in Prozessketten einfügen, mobil zwischen unhandlichen Bauteilen hin- und herbewegen oder direkt in Bearbeitungsmaschinen integrieren. Dabei sind es geschlossene, fast wartungsfreie Plug & Play-Systeme, die so gut wie keine Erfahrung mit Lasertechnik voraussetzen. Das alles erhöht ihre Verfügbarkeit als Werkzeug.

 

02[Faktor Steuerung]

Moderne Scan- und Steuerungstechnik ermöglichen es, die Position des Fokus und die eingebrachte Energiemenge mit enormer Präzision zu kontrollieren — nicht nur in der Fläche, sondern nun auch im Raum. Die Software unterstützt Bediener oder Automatisierungslösungen, ermittelt Kanten, richtet Markierungen aus, erkennt und liest QR-Codes, legt Dokumentationen an und veranlasst Folgeschritte. Sie ist der Schlüssel zur Integration in Produktionslösungen, ERP-Systeme und Datenbanklösungen auf dem Weg zum Plug & Play einerseits sowie zur Industrie 4.0 und zur smarten Fabrik andererseits.

 

03[Faktor Laserlicht]

Moderne, fast wartungsfreie Strahlquellen ermöglichen es, Systeme zu bauen, die sich von Anwendern ohne spezielle Laserkenntnisse betreiben lassen. Zugleich bieten sie immer mehr Freiheit bei der Wahl verfahrens- und materialspezifischer Bearbeitungsparameter. Für individuelle Lösungen steht das ganze Spektrum gepulster industrieller Strahlquellen zur Verfügung: für spezielle Werkstoffe, höhere Produktivität oder Applikationen wie Abtragen, Reinigen oder Oberflächenstrukturierung und -aktivierung.


 

04[Faktor Werkstoffe]

Gepulste Laser können auf praktisch jedem Werkstoff Spuren hinterlassen. Im Zweifel liegt es nur an der Auswahl des richtigen Lasers, der Wellenlänge und der Pulsdauer, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Die heutigen Möglichkeiten zur Feinsteuerung der einzelnen Parameter ermöglichen es, nicht nur Spuren zu hinterlassen, sondern zum Beispiel auch gezielt Farbstoffe zu verändern.

 

05[Faktor Verfahren]

Lasermarkieren begann mit Lasergravieren in Stahl. Durch die Evolution von Strahlquellen, Scan- und Steuerungstechnik und die Anwendung auf andere Werkstoffe als Stahl entwickelte sich jedoch eine Vielfalt an weiteren Verfahren: das Aufschäumen von Kunststoffen für erhabene Markierungen, durch Hitze induzierte Farbumschläge, die die Oberflächeneigenschaften nicht antasten, Manipulation von Pigmenten im Werkstoff oder der gezielte Abtrag von Lack- oder anderen Deckschichten.

 

06[Faktor Applikation]

Markierlaser breiten sich in immer neuen Anwendungsgebieten aus. Weil sie schneller, effizienter und produktiver sind als konventionelle Verfahren, weil sie ohne Verbrauchsmaterialien auskommen und weil sie vielseitiger sind: Sie sind nicht darauf beschränkt, Zeichen oder Symbole aus einem festen Satz wiederzugeben. Sie sind nicht mal darauf beschränkt, zu markieren. Sie setzen schlicht sehr schnell und extrem kontrolliert Licht ein, um Oberflächen zu bearbeiten. Das macht sie zu einer wunderbaren Plattform für Applikationsideen im unteren Leistungsbereich — weit über den ursprünglichen Zweck hinaus.

 

Fotos: Fotolia/Markus Mainka, iStockphoto/omersukrugoksu; Gemalto, Heureka/Ville Eerikäinen, Markus Mainka/fotolia, Landesmuseum Württemberg, electriceye/fotolia, Montage: Gernot Walter

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