Lasersicherheit global

© Foto | Jim McDonald

Klaus Löffler, Präsident des Laser Institute of America (LIA), sieht weltweit deutliche Unterschiede bei der Lasersicherheit und erklärt, wie das LIA daran arbeitet, sie auszugleichen.

Warum agiert ein Institut, das Amerika in seinem Namen trägt, global?

In Amerika wurde der Laser vor knapp 50 Jahren erfunden. Hier ist auch das LIA seit 45 Jahren aktiv. Inzwischen hat sich der Laser zu einer weltweit verbreiteten Schlüsseltechnologie entwickelt. Folglich ist die Arbeit des LIA heute international ausgerichtet, was sich auch an den Präsidenten des LIA zeigt. Wir kümmern uns rund um den Globus darum, das Wissen über Laseranwendungen zu erweitern und neue Anwender zu gewinnen. Gleichzeitig versuchen wir sicherzustellen, dass der Laser im Rahmen der nötigen Sicherheitsstandards genutzt wird.

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Zur Person

Klaus-LoefflerKlaus Löffler leitet den Vertrieb Lasertechnik bei der TRUMPF Gruppe. Als Anerkennung für seine Arbeit rund um den Einsatz von Lasertechnologie in Branchen wie Automobil, Mikroanwendungen und Medizintechnik zeichnete das LIA ihn 2011 mit dem Fellow Award aus.

Laser Institute of America

Die Entwicklung und sichere Anwen­dung von Lasertechnologie hat sich das Laser Institute of America (LIA)
vor 45 Jahren zur Aufgabe gemacht. Von Laserpionieren wie Dr. Theodore H. Maimann mitgegründet, widmet sich die Organisation heute vor allem der Aus-­ und Weiterbildung von Fachkräften.

Seminare zum Thema Lasersicherheit gehören ebenso zum Leistungsspektrum wie die Ausbildung von „Laser Safety Officers“ oder die Veranstaltung von internati­onalen Kongressen, zum Beispiel die International Laser Safety Conference.

Auf der Website der LIA finden Sie zum Beispiel Podcasts zur Lasersicherheit und den Laser Safety Calculator.

Zu den LIA­-Mitgliedern zählen Forscher, Hersteller, Integratoren und Anwender, die gemeinsam da­ran arbeiten, Laseranwendungen noch sicherer zu machen.

In diesem Videointerview spricht der Sicherheitsexperte des LIA Gus Anibarro über Fragen der Lasersicherheit (englisch).

Welche globalen Unterschiede gibt es bei der Lasersicherheit?

Gerade im aufstrebenden Asien fehlt oft das Sicherheitsbewusstsein. Da arbeiten
Hochleistungslaser auch schon mal auf Messen ohne ausreichende Laserstrahlenschutzmaßnahmen.

Die Effekte des Laserlichts auf das menschliche Auge sind weltweit identisch. Allerdings variieren die angewandten Maßnahmen und Vorschriften hinsichtlich der Lasersicherheit weltweit doch sehr stark. Durch den internationalen Erfolg des Lasers gibt es zunehmend neue und unbekannte Hersteller von Lasern und Lasersystemen auch aus den neuen Märkten. Zum Beispiel werden immer mehr Lasersysteme in China installiert. Deshalb steigt dort der Bedarf an Aus- und Weiterbildung bezüglich Maschinensicherheit und Schutz der Bediener. Eine weitere Herausforderung für sichere Laseranwendung ist das Schritthalten mit der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit der Lasertechnik, also immer mehr Leistung, höherer Strahlqualität, kürzeren Pulsen sowie größeren Wellenlängen der Laser.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Vor allem in Asien werden selbst Hochleistungsfestkörperlaser häufig ohne jegliche Maßnahmen zum Schutz vor Laserstrahlen betrieben. Die Auswirkungen auf die teilweise „nicht wissenden“ Bediener können fatal sein. Das Nichtbeachten der notwendigen Vorschriften zum Laserschutz ist auch auf asiatischen Messen zu sehen. Deshalb ist es ratsam, bei der Planung des Messebesuches die Laserschutzbrille nicht zu vergessen.

Was tut das LIA konkret, um die Lasersicherheit voranzubringen?

Das LIA arbeitet mit der OSHA (Occupational Safety and Health Administration) zusammen, um Richtlinien zur sicheren Anwendung des Lasers für das American National Standards Institute (ANSI) zu erarbeiten und zu publizieren. Das LIA ist damit Kompetenzzentrum in Sachen Lasersicherheit. Hierzu bietet es umfangreiche Lasersicherheitstrainings für Anwender in Forschung, Industrie und Medizin an. Diese Fortbildungen finden weltweit sowohl als Online- als auch als „On-Site“-Kurse statt. Wir trainieren mehr Laser Safety Officers als jede andere Organisation weltweit und sind stolz, sowohl praktische als auch theoretische Trainings anbieten zu können.

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